Ein Brandschutzkonzept ist eigentlich eine Risiko-Analyse für den vorbeugenden Brandschutz

Wie wichtig die frühzeitige Berücksichtigung eines detaillierten Brandschutzkonzeptes bereits bei der Planung eines Objektes ist, ist spätestens seit der Verschiebung der Eröffnung des Berliner Flughafens bekannt. Fehler bei der Ausarbeitung des Brandschutzkonzepts für Sonderbauten, insbesondere bei komplexen Anlagen, haben schwerwiegende Folgen für die Bauplanung, da im späteren Verlauf Anpassungen immer schwieriger - und in der Regel auch kostenintensiver - werden.

Ein Zwischenfall, der sich bereits im April 1996 am Düseldorfer Flughafen ereignete, zeigt zudem deutlich, dass mangelnde Sicherheit im Brandschutz auch Menschenleben kosten kann. Schweißarbeiten an einer Gebäudedecke hatten ein Feuer im Flughafen Düsseldorf verursacht. Teile der Deckenkonstruktion waren aus Styropor, der Brand konnte sich so rasch ausbreiten. Einige Menschen konnten das betreffende Gebäude deshalb nicht mehr verlassen, 17 Tote und über 80 Verletzte waren die Folge. Die Konsequenz der Flughafengesellschaft: Entwicklung eines neuen Brandschutzkonzeptes mit verbesserten Fluchtwegen und neuen technischen Möglichkeiten für den Rauchabzug.

Ein Brandschutzkonzept wird also nicht nur vor Baubeginn erstellt sondern dient allgemein als Grundlage für die Planung und die Ausführung des Brandschutzes in einem Gebäude oder einer Industrieanlage. Dabei werden zunächst bestehende Gesetze, allgemeine Brandschutzvorschriften und Normen auf ihre Anwendung hin überprüft und bei der Erstellung des Brandschutzkonzepts berücksichtigt. Die Art und Nutzung des geplanten Objektes sind dabei wesentliche Kritierien für den Aufbau des Konzepts.

So sind an den Brandschutz von Industriebauten gewisse Mindestanforderungen zu erfüllen, die z.B.

  •  die Feuerwiderstandsfähigkeit der Bauteile und die Brennbarkeit der Baustoffe,
  •  die Größe der Brandabschnitte bzw. Brandbekämpfungsabschnitte,
  •  die Anordnung, Lage und Länge der Rettungswege

berücksichtigt.

Brandschutzmaßnahmen

Als nicht vollständige Beispiele für Brandschutz und Brandschutzmassnahmen sind hier einige aufgeführt, die nicht in jedem Projekt Berücksichtigung finden. Brandschutzkonzepte für komplexe Flughafengebäude oder Industrieanlagen erfordern weitreichendere Maßnahmen als eine Sportstätte:

  • Entrauchungsanlage
  • Brandmeldeanlage
  • Warnsystem für Notfälle
  • Direktalarm zur Feuerwehr
  • Steuerung der Türen bei einer Evakuierung des Gebäudes
  • Sprinkleranlage zum automatischen Löschen
  • Löschstationen (mit Schläuchen oder auch Löschdecken)
  • Fluchtweg Kennzeichnung
  • Notbeleuchtung
  • Notstromanlage
  • Handfeuerlöscher
  • Brandfallsteuerungen für Aufzüge

Ein Brandschutzkonzept wird in aller Regel durch Brandschutzpläne (visualisiertes Konzept) ergänzt und zeigt die Installationen der entsprechenden Maßnahmen in den geplanten Gebäuden auf. Als Ausführungsgrundlage zeigt der Brandschutzplan im Detail die Örtlichkeiten, an denen automatische Brandmelder, Wandhydranten, trockene Steigleitungen, Feuerlöscher, Fluchtwegbeschilderung, Handfeuermelder sowie die baulichen vorbeugenden Brandschutzmaßnahmen berücksichtigt werden müssen. Für die Erstellung dieser Visualisierungen wird bei BS Plan & Konzept eine entsprechend spezielle Planungssoftware eingesetzt. Die entsprechende Qualifikation des Fachplaners wurde bereits im Dezember 2006 durch eine Prüfung bei der Ingenieurkammer Hessen abgelegt und nachgewiesen.

Brandschutz-Konzepte

Die Erstellung eines Brandschutz-Konzeptes basiert auf einer umfangreichen Checkliste.